Kunst- und Gestaltungstherapie

 

"Die Wahrheit kann nicht existieren. Wenn ich in meinen Bildern nach der Wahrheit suche, kann ich hundert Bilder mit dieser Wahrheit schaffen. Nun, welche ist die wahre? Jene, die mir als Vorbild dient, oder jene, die ich male? "
Pablo Picasso

Malermaterial

Die Kunst- und Gestaltungstherapie ist ein Bereich der Kreativen Gestalttherapie, wobei hier der künstlerische/gestalterische Prozess bzw. Ausdruck im Vordergrund steht, um die individuelle Wahrheit zu finden. Hierbei geht es immer wieder um den Prozess der Gestaltung, nicht um das künstlerische Produkt. Durch den gestalterischen Prozess, der den individuellen Ausdruck und die soziale Interaktion erweitert, verbindet sich somit Inneres und Äußeres.

Ich als Kunst- und Gestaltungstherapeutin begleite, Frage und teile meine Resonanz mit, spiegele und biete mich als Gegenüber an, und ich werte, Interpretiere und deute nicht. (Klientenkompetenz) Ein Prozess der Musterveränderung kann durch Perspektivwechsel geschaffen und ausprobiert werden, um Wahlmöglichkeiten zu haben, und um das eigenen Leben so zu leben, wie es persönlich richtig und wichtig ist.

Auch für Menschen, die ihrer Meinung nach künstlerisch unbegabt sind, bietet die Kunst- und Gestaltungstherapie durch Methoden und durch die Vielfalt an kreativen Ausdrucksmöglichkeiten eine Fülle von Möglichkeiten, das greifbar zu machen, wo oft "Worte alleine nicht reichen". Unausgesprochenes wird erfahrbar. Für Menschen, für die es keine Worte gibt und für die Menschen, die schwer zu erreichen sind, bietet Kunsttherapie durch die Kreativen Methoden hervoragende Möglichkeiten des Kontaktes und der Kommunikation.

Für traumatisierte Menschen kann Kunsttherapie eine Möglichkeit der Traumabewältigung sein. Auch für Menschen mit Suchtstrukturen und Erkrankungen, die meist auch traumatisiert sind, bietet Kunsttherapie viele Möglichkeiten, um den inneren “Hunger” z.B. nach Liebe und Wertschätzung zu stillen. Für Menschen ist es oft wichtig, ihre eigene Wirksamkeit wieder zuerlangen, um dem Leben einen Sinn zu verleihen. Diese Wirksamkeit ist aus meiner Erfahrung z.B. bei Suchtkranken oft nicht vorhanden, und hier bietet die Kunsttherapie Möglichkeiten, durch kreatives Tun eigene Wirksamkeiten (wieder)zufinden, damit das Leben wieder Sinn bekommt. Weiter bietet Kunst- und Gestaltungstherapie für viele weitere psychische Erkrankungen eine Möglichkeit, Begleitung, Linderung oder Heilung zu ermöglichen.

Die wichtigen Unterscheidungen zu anderen Therapieformen sind vor allem die Orientierung an der Klientenkompetenz, die Resonanz als wichtiges Arbeitsinstrument und die unmittelbare Verbindung von künstlerischem Ausdruck und therapeutischem Prozess über das Erleben.